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FEPA-Körnungen

Keramische Schleifmittelmaterialien aufs Korn genommen

Die Korngrößen der eingebundenen Schleifpartikel bei Schleifwerkstoffen (Schleifsteine, -scheiben, -papier etc.) haben beim Schleifen einen maßgeblichen Einfluss auf den Bearbeitungsvorgang und das Arbeitsergebnis.

Zur besseren Kategorisierung werden alle Schleifmittel nach ihrer Korngröße eingeordnet. Die Kornklassifizierung richtet sich dabei nach dem FEPA-Standard (Federation of European Producers of Abrasives, der nicht-kommerziellen Organisation europäischer Schleifmittelhersteller). Die FEPA-Körnungen werden unterteilt in:

  • 26 Makrokörnungsstufen
  • 11 Mikrokörnungsstufen
  • Kornspezifikation bezüglich Form, Größenverteilung und chemischer Beschaffenheit

Dies gilt für die Schleifmittelmaterialien:

  • Bornitrid (kubisch)
  • Borcarbid
  • Diamant
  • Korund
  • Siliciumcarbid
  • Zirkon

Innerhalb des FEPA-Standards wird unterschieden nach

  • starren Schleifmitteln wie Schleifscheiben, zum Beispiel F180
  • flexiblen Schleifmitteln wie Schleifpapier und -bänder, zum Beispiel P120

Die obige Aufteilung gilt für Beschichtungen aus Siliciumcarbid oder Korund. Abweichend von den Buchstabenzusätzen F und P werden Schleifmittel mit  Diamantbeschichtung mit Buchstabenkennung D sowie Bornitridbeschichtungen mit Buchstabenkennung B gekennzeichnet. Korngrößeneinteilung und Korngrößenbezeichnung sind nicht nur nach FEPA geregelt, sondern auch in der ISO 6106.

Die Streuung – auch Streuart oder Streudichte genannt – gibt Auskunft überdie Zahl der auf einer Unterlage verstreuten Schleifkörner je Flächeneinheit. Unterschieden wird dabei nach:

Streuart

Einsatzgebiete

Dichte Streuung: Unterlage nahezu vollständig mit Schleifkörnern bedeckt, daher hoher Materialabtrag.

(Hart-)Metallbearbeitung

Halboffene Streuung: Unterlage ist zu etwa 75 Prozent mit Schleifkörnern bestreut. Somit verbleibt ausreichend Zwischenraum zwischen den Schleifkörnern, damit sich genügend Abrieb von der Arbeitsfläche abtransportieren lässt.

Schleifen von Kunststoffen, NE-Metallen, Hartholz oder Lacken

Offene Streuung: Unterlage ist zwischen rund 50 und 70 Prozent mit Schleifkörnern belegt. Das heißt der Spanraum rings um die Schleifkörner wird größer, sodass sowohl Schleifstäube, als auch Restmaterial gut aufgenommen und abtransportiert werden können. Weiterer Vorteil: Weniger Andruck für gleiche Abtragsleistung erforderlich.

Bearbeitung von weichen, klebenden oder langspanenden Werkstoffen, wie zum Beispiel Nadelholz

Vergleich der weltweit gebräuchlichen Schleifmittel-Korngrößen-Klassifizierungssysteme

  • FEPA (European Federation of Producers of Abrasives) – legt für Europa die Körnung durch die Maschenweite der Siebe fest. Die Körnung ist umso feiner, je größer die Zahl der Maschen ist.
  • JIS (Japanese Industrial Standard) – gebräuchlich unter anderem in Verbindung mit zunehmend verbreiteten japanischen Messern und Schneidwerkzeugen und der in diesem Zusammenhang wachsenden Zahl japanischer Schleifsteine. Betrifft auch Wassersteine aus japanischer sowie chinesischer Produktion.
  • ANSI (American National Standards Institute) Klassifizierungssystem des amerikanischen Normungsinstituts.
  • MM – (Micro-mesh-Körnung), in englischsprachigen Ländern wird die Körnung nach der Anzahl der Sieböffnungen je Inch (Einheit: Mesh) bestimmt.
  • MICRON (μ) – Korngrößenangabe in μm.

Wertebereich der Korngrößen für Schleifanwendungen:

FEPA

Mittlere Korngrößen (μm)

JIS

von

 

 

F2000/ P14000

1

J8000

bis

 

 

F10/ P12

2000

J20 (angenähert)

Je kleiner der angegebene FEPA-Wert der Körnung, umso gröber ist diese. Eine gröbere Körnung steht zwar für mehr Materialabtrag, die Oberflächenrauigkeit des Werkstückes nimmt dabei aber zu. So tragen Schleifsteine mit einer groben Körnung, etwa im FEPA-Bereich von 300, reichlich Material ab. Es gilt der Grundsatz: Je härter der Bearbeitungswerkstoff und je glatter das Oberflächenergebnis sein soll, umso feiner muss die Körnung ausgewählt werden.

Für die Korngrößenbestimmung in der Werkzeugindustrie existiert zurzeit zwar noch kein weltweit einheitliches Verfahren, allerdings gibt es hierzu ein von der FEPA empfohlenes Verfahren (Siebanalysen).